#Was wird sein, wenn wir den 24. Oktober schreiben? Eine Einladung zum Gedankenspiel...
Was uns ja alle beschäftigt hält, ist die Frage, wie lange Corona uns noch am Boden und auf Trab hält, obwohl wir ja einiges müssten und wollten. So wollte ich doch grade die Einweihung meines Beratungsateliers machen, da kam Corona. Und seit dann gibt es viel zu lesen, was zu tun sei, warum es so sei, was helfen könnte udn was gefährlich ist. Fragen über Fragen, aber Halt? Höchstens Einhalt und weiter lesen oder sinnieren.
Da kam mir die Einladung meiner Berufskollegin richtig vor. Sie meinte, ein Gedankenexperiment wäre die Gelegenheit, sich mit dem Un-Zustand zu befassen. Was- so fragt sie - wird dir durch den Kopf gehen, wenn wir wieder Herbst haben? Welche Bedürfnisse werden dann, im Rückblick wichtig sein?
Ich fühle mich eingeladen, ein paar Gedanken zu wagen und hier lesen Sie sie:
Zu diesem Zeitpunkt werden wir als erstes Mal den Geburtstags meines Mannes gefeiert haben mit einem guten Essen und der Einsicht, dass das Leben weiter gelaufen oder geradelt ist, denn statt nach New York geflogen zu sein, werden wir vermutlich ein paar Kilometer auf dem Bike in der näheren Umgebung zurückgelegt haben und kurz nicht verfügbar gewesen sein für andere Anliegen als jenem, sich dem eigenen Körper und dem Geist bewusst geworden zu sein durch die Tatsache, dass er noch gesund ist und uns jeden Tag hilft, weiter zu entwickeln, was wichtig ist. Dankbarkeit.
Welche Bedürfnisse da ausserdem sein werden, kann ich mir vage vorstellen, aber nur vage. Könnte es vielleicht sein, dass ein neuer, frischer Hauch von Vorfreude auf ganz übergeordnete Ideen durch den Geist weht? Dass das Leben freier von Unnötigem sich ab-spielt, dass wir also mehr spielen und spielender lernen mit anderen und das, obwohl es gerade jetzt aussieht, als wären Landesgrenzen wieder reale Barrieren, die vor allem schützen sollen. Spielfreude.
Wenn ich zurück blicke, mache ich das vielleicht mit dem Blick eines verwunderten Menschen, weil es neue Foki geben wird, die wir uns ohne Corona nie hätten vorstellen können. Neugier.
Und: Ich werde wohl froh sein, wenn ich zurückblicken kann auf die hoffentlich wieder aufgehobenen Einschränkungen, aber ich werde wohl kaum vergessen können, dass wir unangenehme Gefühle des Eingeschlossenseins, der Isolation durchlebten wegen eines unsichtbaren Organismus, der so tödlich sein kann. Erleichterung?
Im Rückblick werde ich es zu schätzen wissen, dass ich mehr Verbundenheit erlebte. Gerade auch dank den internetfähigen Geräten, die die Isolation ein wenig erträglich machten. Ich werde es vermissen, dass Schüler anrufen, um etwas in ihrem Lernstoff zu klären. Ich werde auch froh sein, dass ich die Haltung von Vorsicht erlebte, wie sie jetzt unter Menschen oft sichtbar wird, im Bus, im Laden, aber ich werde froh sein, dass wir vielleicht doch noch mal , so ab und zu in die nähere und weitere Welt reisen können, wenn es das Budget zulässt. Neue Bescheidenheit.
Und ich finde es jetzt schon spannend, dass wir mehr nachdenken und vielleicht sogar in die Lage geraten, VOR-zudenken, statt immer erst im Nachhinein gescheiter zu sein. Vielleicht kommen wir auf dem Pfad von Spiral Dynamics etwas weiter ins Türkise, von Koralle können wir aber wohl immer noch nur träumen. Vorfreude!
Was ja immer auch schön ist! Weil Träume Verwandtschaft haben mit dem Zustand des Spielens. Flow.
Viel Schönes und Blumiges ist jetzt grade mein Anker punkto Resilienz und kleine Aquarelle zu malen, duftig und zerbrechlich wie das Leben selber. Und lachen und Witze machen, - schadet ja nie, oder? Humor und Kreativität. Zuversicht und Flexibilität in der Innerlichkeit. Entwicklung. Aber sicher.
Haben Sie auch Lust auf diese Gedankenspiel? Viel Vergnügen. Falls Sie’s aufschreiben, haben Sie später Freude dran und was zum Staunen oder Lachen. Sehr gut!